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Wann braucht ein Hund einen Mantel? So erkennen Sie, wann Hundebekleidung sinnvoll ist

SweetEnergy Ratgeber

Hundebekleidung ist kein Verwöhnen. Wenn sie einen Zweck erfüllt.

Manche Hunde kommen mit Frost problemlos zurecht, andere beginnen schon beim Warten vor einem Café im Herbst zu zittern. Es gibt weder eine einzige Temperatur noch eine Regel für alle. Entscheidend sind der individuelle Hund, das Wetter und das, was Sie gerade gemeinsam unternehmen.

Hund in warmer Bekleidung

Es gibt keine Temperatur, ab der jeder Hund Kleidung braucht

Zwei Hunde können bei demselben Wetter nebeneinanderstehen und trotzdem etwas völlig Unterschiedliches brauchen. Achten Sie auf Fell, Alter, Kondition, Wetter und vor allem darauf, wie viel sich der Hund bewegt.

Bevor Sie zur Hundebekleidung greifen, stellen Sie sich drei Fragen

Sie sagen mehr aus als die Zahl auf dem Thermometer.

1

Welches Fell hat Ihr Hund?

Dichte Unterwolle isoliert anders als kurzes Fell ohne Unterwolle. Wichtig sind außerdem Felldichte, Schur und die Frage, wie schnell der Hund durchnässt.

2

Was wird Ihr Hund tun?

Ein Hund, der durch den Wald läuft, wärmt sich ganz anders auf als ein Hund, der im Auto, beim Training oder neben Ihnen an der Haltestelle wartet.

3

Wie ist das Wetter?

Es geht nicht nur um die Temperatur. Wind, Regen und Feuchtigkeit können den Wärmekomfort deutlich verändern.

Welche Hunde profitieren besonders häufig von Kleidung?

Die Rasse ist nur ein erster Anhaltspunkt. Entscheidend ist immer der einzelne Hund.

Kurzhaarige Hunde und Hunde ohne Unterwolle

Fehlt eine dichte isolierende Fellschicht, kann ein Hund bei Kälte schneller Wärme verlieren. Typische Beispiele sind kurzhaarige Vorstehhunde, Dobermänner oder andere athletisch gebaute Hunde mit feinem Fell.

Welpen und Senioren

Das Alter kann beeinflussen, wie gut ein Hund seinen Wärmekomfort hält. Bei Senioren spielt außerdem oft eine geringere Bewegungsmenge eine Rolle.

Kälteempfindliche Hunde

Manche Hunde zeigen selbst deutlich, dass sie eine zusätzliche Schicht brauchen. Sie suchen Wärme, möchten nicht in der Kälte herumstehen oder fühlen sich bei längeren Aufenthalten draußen unwohl.

Hunde beim Warten

Ein sportlicher Hund kann während der Leistung angenehm warm sein und zehn Minuten später bewegungslos dastehen. Gerade das Warten vor und nach der Aktivität ist oft die Situation, in der eine leichte Schicht besonders sinnvoll ist.

Bewegung verändert die Regeln

Ein und derselbe Hund kann innerhalb eines Nachmittags Kleidung brauchen – und später wieder nicht.

Während der Aktivität

Bewegung erzeugt Wärme

Beim Laufen, Agility, Canicross oder zügigen Wandern erzeugen die Muskeln Wärme. Eine zu dicke Schicht kann bei intensiver Bewegung deshalb unnötig sein.

Vor und nach der Aktivität

Wärmekomfort im Blick behalten

Das Warten auf den Start, eine Pause zwischen Trainingseinheiten oder die Erholung nach der Belastung sind andere Situationen. Der Hund bewegt sich nicht mehr und der aufgewärmte Körper kann schneller auskühlen.

Pullover, Regenmantel oder Winterjacke?

Sie brauchen nicht ein Kleidungsstück für alles. Jede Schicht erfüllt einen etwas anderen Zweck.

Hundepullover
Für trockene Kälte

Pullover & Fleece

Eine leichte wärmende Schicht zum Warten, Reisen und Ausruhen oder für Hunde, die etwas zusätzliche Wärme brauchen, ohne eine schwere Winterjacke zu tragen.

Regenmantel für Hunde
Für Regen & Wind

Regenmäntel

Sie schützen in erster Linie vor Wasser und Wind. Der Hund muss dadurch nicht unbedingt zusätzlich isoliert werden, bleibt aber länger trocken und kann seine eigene Körperwärme leichter halten.

Warme Hundebekleidung
Für stärkere Kälte

Winterbekleidung

Für kälteempfindliche Hunde, Senioren, Hunde ohne ausgeprägte Unterwolle oder Situationen, in denen sich der Hund längere Zeit nicht intensiv bewegt.

Praktischer Tipp

Layering: wenn eine Schicht nicht reicht

Wie beim Menschen muss ein Hund nicht ein Kleidungsstück für jedes Wetter haben. Praktisch kann es sein, verschiedene Schichten je nach aktueller Situation zu kombinieren.

Ein Pullover wärmt, schützt aber allein nicht unbedingt vor Regen. Ein leichter Regenmantel hält den Hund dagegen trocken und schützt vor Wind, bietet aber möglicherweise nicht genug Wärme. Bei kaltem und nassem Wetter kann deshalb die Kombination Pullover + Regenmantel sehr gut funktionieren.

Wichtig ist, dass die Schichten nirgends drücken, sich nicht zusammenschieben, die Bewegung nicht einschränken und zur Bewegungsintensität des Hundes passen.

Bei einem aktiven Hund kann Layering sogar innerhalb eines Tages sinnvoll sein: beim Warten ein Pullover, bei Regen darüber ein Regenmantel und bei intensiver Bewegung je nach Bedarf eine oder beide Schichten ausziehen.

Hund im Regenmantel bei nassem Wetter
Regen & Nässe

Manchmal ist Regen wichtiger als die Temperatur

Kalter Wind und nasses Fell können für einen Hund unangenehmer sein als ein trockener Tag mit niedrigerer Temperatur. Ein Regenmantel muss deshalb keine Winterjacke sein – häufig besteht seine wichtigste Aufgabe einfach darin, den Hund trocken zu halten.

Besonders sinnvoll ist er bei längeren Aufenthalten draußen, bei Hunden, die schnell durchnässen, oder wenn der Hund danach in einem kühleren Auto ruhen wird.

Regenmäntel ansehen
Und wenn Sie den Regenmantel vergessen…

Ein Bademantel rettet den Hund. Und oft auch das Auto.

Manchmal beginnt es völlig unerwartet zu regnen. Ein anderes Mal läuft der Hund durch jede Pfütze auf dem Weg und der Regenmantel spielt irgendwann keine große Rolle mehr.

Ein saugfähiger Hundebademantel zieht Feuchtigkeit aus dem Fell und ist nach Regen, Baden, Schwimmen oder dem Abspülen eines matschigen Hundes praktisch. Außerdem bleibt ein Teil des Wassers im Bademantel statt auf Autositzen, Hundebett und Wänden.

Bademantel auswählen
Bademantel für nasse Hunde

Und was ist mit Hundesportlern?

Bei einem aktiven Hund sollte man die eigentliche Leistung von der Zeit davor und danach unterscheiden. Beim Laufen wärmt sich der Hund durch Bewegung auf, nach dem Training steht er jedoch vielleicht im Auto oder wartet zwischen einzelnen Läufen. Genau dann kann eine Schicht sinnvoll sein, die hilft, die Muskulatur während der Erholung angenehm warm zu halten.

Regenerationsbekleidung
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Vorsicht vor dem anderen Extrem

Wärmer bedeutet nicht automatisch besser. Wenn der Hund losläuft und sich deutlich aufwärmt, kann es sinnvoll sein, eine Schicht auszuziehen. Passen Sie die Kleidung an das aktuelle Wetter und die Bewegungsmenge an – das Ziel ist Komfort, nicht maximale Isolierung.

Und zum Schluss die Passform: Der Hund muss sich natürlich bewegen können

Auch das beste Material hilft nicht, wenn die Kleidung den Hund in seiner Bewegung einschränkt.

Achten Sie beim Anprobieren auf

  • freie Bewegung der Schultern,
  • einen vollständigen Schritt der Vorder- und Hinterbeine,
  • dass die Kleidung nicht am Hals zieht,
  • dass sie nicht seitlich verrutscht,
  • dass sie nirgends scheuert.

Nicht nur die Größe, sondern auch der Einsatzzweck

Kleidung zum Ausruhen kann anders geschnitten sein als eine Schicht, in der der Hund laufen soll. Bei aktiver Bewegung braucht er vor allem ausreichend Platz an Schultern und Hüften.

Wenn Sie zwischen zwei Größen schwanken, sollten Sie auch den Körperbau des Hundes und den vorgesehenen Einsatzzweck berücksichtigen.

Sollte Ihr Hund also Kleidung tragen?

Vielleicht ja. Vielleicht gar nicht. Statt einer allgemeinen Regel sollten Sie Ihren eigenen Hund beobachten: sein Fell, seine Bewegung, die Dauer draußen und das Wetter. Betrachten Sie Hundebekleidung als funktionale Ausrüstung, die Sie dann einsetzen, wenn sie Ihrem Hund tatsächlich einen Vorteil bringt.

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